Informationen und Hintergründe zu Essstörungen

Die geschätzten Zahlen der von Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa), Magersucht (Anorexia nervosa) und Binge-Eating-Disorder Betroffenen in Deutschland reichen von 500 000 bis zu 2 Millionen und die Tendenz ist weiterhin steigend. 95% der Betroffenen sind Frauen und Mädchen im Alter zwischen dem Beginn der Pubertät und dem 45. Lebensjahr. Mittlerweile ist jedoch ein Zuwachs von Personen oberhalb dieser Grenze sowie von männlichem Klientel zu verzeichnen. Hinzu kommen diejenigen, die eine Adipositas im Zusammenhang mit emotionalen Störungen aufweisen. Auch diese Zahl steigt von Jahr zu Jahr an.

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass sich hinter dem auffälligen Essverhalten von essgestörten Menschen tiefgreifende Lebenskonflikte verbergen, die letztlich auf komplexe soziokulturelle, familiäre und persönliche Problemzusammenhänge zurückzuführen sind. Als gesellschaftliche Einflussfaktoren sind vor allem das herrschende Schlankheitsideal sowie unterschiedliche, sich widersprechende Rollenanforderungen an Frauen von Bedeutung. Essstörungen gelten auch als Reaktion auf schwierige Lebensumstände und Problemlagen, die die Betroffenen nicht angemessen bewältigen können.

Lies dir die folgenden Aussagen aufmerksam durch und überlege, was zutrifft:

  • Ich denke oft an Essen oder Nichtessen
  • Ich plane mein Essen ganz genau
  • Abweichungen von meiner Planung kann ich schlecht ertragen
  • Ich esse mal gar nicht, mal längere Zeit wenig, dann wieder ganz viel
  • Ich verbiete mir bestimmte Nahrungsmittel, vor allem, wenn sie fett oder süß sind
  • Nach dem Essen habe ich ein schlechtes Gewissen
  • Nach dem Essen empfinde ich Scham und Ekel
  • Essen macht mir Angst
  • Wie viel ich esse, hängt von meiner Stimmung ab
  • Wenn ich dünner wäre, hätte ich weniger Probleme
  • Ich beruhige mich oft durch Essen
  • Meine Stimmung ist von dem Ergebnis der Waage abhängig
  • Ich koche sehr gerne für andere, esse dann aber nicht mit
  • Ich achte sehr darauf, was die anderen essen
  • Ich bemühe mich, oft weniger als andere zu essen
  • Ich esse lieber alleine als in Gesellschaft
  • Ich kann nicht erkennen, ob ich hungrig oder satt bin
  • Ich vergleiche mein Aussehen ständig mit anderen
  • Ich fühle mich oft zu dick, obwohl ich Normalgewicht habe
  • Ich kontrolliere mein Aussehen ständig
  • Ich probiere immer wieder Diäten aus
  • Ich wiege mich mehrmals die Woche
  • Ich denke oft ans Abnehmen, obwohl ich Normalgewicht habe
  • Ich vermeide es möglichst, meinen Körper zu berühren oder mich im Spiegel anzusehen


Wenn mehrere Aussagen zutreffen, liegen dein Essverhalten und dein Körpergefühl nicht mehr in einem gesunden Bereich.